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Geld liegt auf der Straße

Gut ausgelastet: Die 20 ATC-Beschäftigten - im Bild Hansi Feucht - bauen bis zu 100 Thermo-Container pro Jahr.<br/>Foto: Will
Gut ausgelastet: Die 20 ATC-Beschäftigten - im Bild Hansi Feucht - bauen
bis zu 100 Thermo-Container pro Jahr. Foto: Will

ATC aus Hess. Lichtenau baut beheizbare Asphalt-Container - Auftragsboom

Von Barbara Will

Hess. Lichtenau. Asphalt ist ein heißes Geschäft: Bei 175 Grad rieselt er in Schlaglöcher oder auf die Straße. Die kleine Firma ATC aus Hessisch Lichtenau (Werra-Meißner-Kreis) hält die grauschwarze, körnige Mischung mit beheizbaren, isolierten Transportcontainern auf Temperatur - mit Ergebnissen, die ATC-Geschäftsführer Axel Richter gewissermaßen warm ums Herz werden lassen.

Brachte der einsetzende Auftragsboom 2010 einen Umsatz von drei Millionen Euro ein, sollen es in diesem Jahr 10 bis 20 Prozent mehr werden. „2011 wird ein Traumjahr“, sagt Richter. Der eisige Winter hat den Straßen schwer zugesetzt. Landauf, landab sind Risse und Schlaglöcher zu stopfen. Außerdem „haben wir inzwischen einen Namen in der Branche.“ Das mache das Verkaufen einfacher. Und viele ATC-Kunden bestellten bei der Asphalt-Thermo-Container A. Richter GmbH, wie das Unternehmen mit vollem Namen heißt, nach. Ertragszahlen nennt Richter nicht. Laut Bundesanzeiger betrug der Überschuss 2009 rund 100 000 Euro.

Axel RichterDie Idee für die beheizbaren Container stammt aus Norwegen. Im großen Stil wurden sie aber dort nie vermarktet. Doch Richter nutzte vor 20 Jahren die Gunst der Stunde: Seine 1991 in Eisenach (Thüringen) gegründete ATC profitierte kurz nach der Wiedervereinigung zunächst von der Instandsetzung ostdeutscher Rüttelpisten.

Heute liefert das Unternehmen, das 1996 nach Lichtenau umzog, in 25 Länder von Skandinavien bis nach Südafrika. Gefragt sind die Heizcontainer, die 1,25 bis 20 Tonnen Asphalt fassen können, in Ländern, in denen die Wege bis zur Baustelle weit sind. Denn kühlt der Asphalt unterwegs ab, wird er hart und kann nicht mehr verbaut werden. Das Auslandsgeschäft steuert 65 Prozent zum Umsatz bei. In Deutschland gibt es zwar ein dichtes Netz von Asphalt-Mischanlagen, aber diese schließen meist am frühen Abend. Die Arbeit an Straßen und Bahngleisen wird wegen des Verkehrs aber oft in den frühen Morgen oder in die Nacht verlegt.

75 bis 100 Container, in denen der Asphalt mit einem Gasbrenner warm gehalten wird, bauen die 20 ATC-Beschäftigten im Jahr. Die Belegschaft soll um fünf bis zehn Mitarbeiter aufgestockt werden. Ihre Kunden sind nicht nur Bauunternehmen sondern zunehmend auch Kommunen. Ein kleiner Container kostet ca. 15 000 Euro, der größte das Vierfache. Noch in diesem Jahr soll ein Container auf den Markt kommen, der in einer eigenen Kammer den alten, von der Fahrbahn abgenommenen Asphalt zerkleinert und erwärmt. Als Unterbau kommt er dann wieder auf die Straße

Axel Richter ist zugleich Vorstand der Richter Maschinenfabrik mit 200 Mitarbeitern in Hessisch Lichtenau. Die AG ist auf die Bearbeitung schwerer Teile mit bis zu 300 Tonnen Gewicht, etwa Pressen für Autohersteller, spezialisiert. 2010 setzte sie 24 Millionen Euro um und schrieb nach Angaben Richters schwarze Zahlen.


Vom Container ins Schlagloch: Die Straßenschäden bescheren ATC Hochkonjuktur.
Vom Container ins Schlagloch: Die Straßenschäden bescheren ATC Hochkonjuktur.

Werra Rundschau vom 08.04.2011


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Aktualisiert am 11.05.2012